Fremde GötterKönigtum, Krieg & Schutzmittelmäßig belegt
Anat
Kanaanäische Kriegsgöttin, in der Ramessidenzeit besonders von Ramses II. gefördert.
- Zuständig für
- Krieg, Schutz des Königs, Jungfräulichkeit und Wildheit
- Bezeugt
- Neues Reich bis Spätzeit
- Kultorte
- Tanis, Memphis, Bet-Schean (ägyptische Garnison)
- Familie
- Gefährte: Seth (nach Papyrus Chester Beatty I)
Nähe: Astarte
Erscheinung
Frau mit Weißer Krone und Bändern, Schild, Lanze und Streitaxt; auf einem Thron sitzend.
Ägyptische Karriere
Anat kommt spät — später als die übrigen Fremdgötter. Reschef, Hauron und Astarte sind schon unter Amenophis II. belegt; Anat erscheint nach dem verfügbaren Material erst unter Ramses II. Ihre Karriere ist damit kein allmähliches Einsickern, sondern an eine Regierung gebunden.
Ramses II. erklärt sich als von Anat beschützt und geliebt und lässt sich in zwei monumentalen Doppelstatuen neben ihr darstellen. Er nannte außerdem eine Tochter Bint-Anat („Tochter der Anat“), seinen Hund und ein Schwert nach ihr — ein deutliches Zeichen für ihre Stellung am Hof.
Im „Streit zwischen Horus und Seth“ werden Anat und Astarte Seth als Entschädigung zugesprochen. In Ägypten ist sie vor allem Kriegs- und Schutzgöttin; die reichen ugaritischen Mythen über sie wurden nicht mitübernommen.
Was in Auaris nicht steht
Verbreitet ist die Annahme, im hyksoszeitlichen Auaris hätten die vorderasiatischen Götter eigene Kulte gehabt. Für Anat und Baal lässt sich das nicht belegen. Die epigraphischen Zeugnisse von dort sind wenige, und sie nennen Seth, nie Baal; Anat erscheint ein einziges Mal, und zwar nur als Bestandteil eines Personennamens.
Das passt zum Bild dieses Eintrags: Anats ägyptische Geschichte beginnt am Königshof des Neuen Reichs, nicht bei Einwanderern der Zweiten Zwischenzeit.
Fremde GötterKönigtum, Krieg & Schutz