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Netjeru

Nachschlagewerk zu den Göttern und Mythen des alten Ägypten — 134 Einträge, mit Quellen und Beleglage.

Haus, Geburt & AlltagLokal- & Tiergöttermittelmäßig belegt

Ipet / Opet

Thebanische Nilpferdgöttin mit eigenem Tempel in Karnak; in später Theologie Mutter des Osiris.

JptUmschrift
Zuständig für
Geburt, Nahrung, Schutz Thebens
Bezeugt
Neues Reich bis Römerzeit
Kultorte
Karnak (Opet-Tempel neben dem Chonstempel), Theben-West
Familie
Sohn: Osiris (in der ptolemäischen Theologie von Karnak)

Erscheinung

Wie Taweret: aufrechtes Nilpferd mit Löwenpranken; oft mit Sonnenscheibe und Hörnern.

Der Opet-Tempel

Der kleine, sehr gut erhaltene Opet-Tempel in Karnak (ptolemäisch) enthält eine eigenständige Osiris-Theologie: Hier wird Osiris von der Nilpferdgöttin geboren und hier liegt eines seiner Gräber. Die Anlage zeigt, wie stark die späte thebanische Priesterschaft eigene Mythenvarianten entwickelte. Nicht zu verwechseln mit dem Opetfest, dessen Name (jpt = „Harem, Privatgemach“) auf den Luxortempel zielt.

Warum die Gestalt schreckt

Die Nilpferdgestalt ist weder Zufall noch Zierrat. Lucarelli führt Ipet zusammen mit Taweret, Bes und dem Sphinxgott Tutu als Fall, in dem die groteske Mischgestalt einer Gottheit apotropäisch wirkt: Das Abschreckende ist die Schutzleistung. Wer Geburt und Säugling bewacht, muss furchterregend sein, nicht schön.

Ipet und Taweret stehen damit nicht am Rand des Pantheons, sondern an einer Stelle, an der die ägyptische Kunst bewusst gegen ihr eigenes Schönheitsideal arbeitet.

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