Sonne, Himmel & GestirneKönigtum, Krieg & Schutzgut belegt
Harachte / Re-Harachte
griechisch Harachtes · ägyptisch Ḥr-ꜣḫtj / Rꜥ-Ḥr-ꜣḫtj
„Horus der beiden Horizonte“ — die Sonne im Moment ihres Auf- und Untergangs, verschmolzen mit Re.
- Zuständig für
- Horizont, Sonnenlauf, Königsschutz
- Bezeugt
- Altes Reich bis Römerzeit
- Kultorte
- Heliopolis, Abu Simbel (Nischenfigur über dem Eingang), Karnak, Amarna (Frühphase)
- Familie
- Zusammensetzung: Re + Horus in Horizontgestalt
Weiterbildung: Re-Harachte-Atum; in Amarna „Re-Harachte, der im Horizont jubelt in seinem Namen Licht, das in der Sonnenscheibe ist“
Erscheinung
Falkenköpfiger Mann mit Sonnenscheibe und Uräus — die verbreitetste aller Sonnengottdarstellungen.
Was der Name meint
ꜣḫt ist nicht einfach „Horizont“, sondern die Zone zwischen den beiden Bergen, in der die Sonne erscheint und verschwindet — ein Übergangsraum zwischen Diesseits und Jenseits. Harachte ist der Gott dieses Übergangs. Die Verbindung mit Re ergibt eine Sonnengestalt, die zugleich königlich (Horus) und kosmisch (Re) ist.
Sphinx und Amarna
Die Große Sphinx von Gizeh wurde im Neuen Reich als Harmachis („Horus im Horizont“) verehrt; die Traumstele Thutmosis’ IV. zwischen ihren Pfoten erzählt, wie der Gott dem schlafenden Prinzen das Königtum versprach. In der Frühphase Echnatons ist der Aton noch der „Re-Harachte, der im Horizont jubelt“ — der neue Kult wuchs also aus der Horizonttheologie heraus, bevor er die Bildgestalt aufgab.
Sonne, Himmel & GestirneKönigtum, Krieg & Schutz