Fremde GötterDämonen & Mischwesendünn belegt
Jam und Hauron
Das vergöttlichte Meer und ein levantinischer Schutzgott, der mit der Großen Sphinx verbunden wurde.
- Zuständig für
- Meer (Jam), Schutz vor Raubtieren und Gift (Hauron)
- Bezeugt
- Neues Reich
- Kultorte
- Giza (Hauron-Harmachis), Delta
- Familie
- Jam: Gegner des Baal
Hauron: mit Harmachis verschmolzen
Erscheinung
Jam ohne feste Bildgestalt; Hauron als Falke oder in Menschengestalt.
Jam
Das Meer war den Ägyptern fremd und bedrohlich; im Astartepapyrus fordert Jam Tribut von den Göttern, bis der Wettergott ihn bezwingt. Der Text ist die ägyptische Fassung eines im ganzen Vorderen Orient verbreiteten Motivs (vergleichbar dem Kampf Baals gegen Jammu in Ugarit).
Hauron
Hauron ist der zweite Fall dieses Eintrags und der erfolgreichere. Er gehört mit Reschef und Astarte zur ersten Welle vorderasiatischer Götter in ägyptischen Quellen, greifbar zu Beginn der Regierung Amenophis' II.
Seine ägyptische Laufbahn hängt an einem einzigen Bauwerk. In Giza wurde er mit Harmachis verbunden, dem „Horus im Horizont“ — und damit mit der Großen Sphinx. Eine Stele im Namen eines Tutuia stellt Hauron ausdrücklich in Gestalt der Sphinx dar. Ramses II. ließ sich als Kind unter der Kehle des Hauron-Falken abbilden.
Getragen wurde das von den Menschen vor Ort: Levantinische Arbeiter und Söldner brachten ihren Gott mit, und beide verschmolzen zu „Hauron-Harmachis“, wie mehrere Stelen aus Giza zeigen.
Der Vorgang ist typisch — und aufschlussreicher als eine bloße Gleichsetzung: Ein fremder Schutzgott wird nicht neben die ägyptischen gestellt, sondern an ein vorhandenes Heiligtum angelagert, das eine Deutung suchte. Die Sphinx war damals bereits über tausend Jahre alt, und ihre ursprüngliche Bedeutung war längst nicht mehr geläufig. In einer Siedlung mit gemischter Bevölkerung entsteht so eine neue Gottheit aus einem alten Denkmal.
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