Sonne, Himmel & GestirneTotenreich & Osiriskreismittelmäßig belegt
Sah
griechisch Orion · ägyptisch Sꜣḥ
Das Sternbild Orion als Gott; „Vater der Götter“ und Sternengestalt des Osiris.
- Zuständig für
- Orion, Sternenhimmel, Jenseitsaufstieg
- Bezeugt
- Pyramidentexte bis Römerzeit
- Kultorte
- kein eigener Tempelkult
- Familie
- Gefährtin: Sopdet
Verschmelzung: Osiris-Sah
Erscheinung
Schreitender Mann mit Stern über dem Kopf, oft in einer Barke, den Kopf zurückgewandt.
Der Aufstieg des Königs
In den Pyramidentexten steigt der verstorbene König zu den unvergänglichen Sternen auf und wird selbst zu Sah. Der Himmel ist hier — anders als in der späteren osirianischen Unterweltsvorstellung — das Ziel: Die zirkumpolaren Sterne, die nie untergehen, sind das Bild ewiger Existenz. Diese „stellare“ Jenseitsvorstellung ist die älteste greifbare Schicht und wurde später mit der solaren und osirianischen überlagert, nicht ersetzt.
Immer zu zweit
Sah steht in den Texten fast nie allein. Isis spricht in den „Klageliedern der Isis und Nephthys“ zu Osiris: „Dein heiliges Bild, Orion am Himmel, geht auf und unter an jedem Tag, während ich Sothis hinter ihm bin.“ Ein Papyrus der Spätzeit formuliert es als Zusage: „Du bist Orion am südlichen Himmel, und ich bin Sothis als dein Schutz.“
Das ist keine Metapher, sondern Beobachtung. Sirius, der hellste Stern des Himmels, geht dem Orion am Nachthimmel nach; sein heliakischer Aufgang kündigte die Nilflut an. Die Paarung Sah–Sopdet setzt Osiris und Isis in ein Verhältnis, das sich Nacht für Nacht nachprüfen ließ — deshalb hielt es sich mehr als zweitausend Jahre.
Ob der zurückgewandte Kopf seiner Bildformel auf Sopdet gemünzt ist, die ihm folgt, wird oft vermutet — belegt ist es nicht.
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