Königtum, Krieg & SchutzHaus, Geburt & Alltaggut belegt
Mut
„Die Mutter“ — thebanische Reichsgöttin, Gemahlin des Amun, Geierin und zugleich zornige Löwin.

- Zuständig für
- Mutterschaft, Königinnenwürde, Schutz, Sonnenauge
- Bezeugt
- Mittleres Reich bis Römerzeit
- Kultorte
- Karnak (Bezirk der Mut mit dem sichelförmigen Isheru-See), Tanis, Napata
- Familie
- Gemahl: Amun
Sohn: Chons
Aspekte: Sachmet, Bastet, Werethekau
Erscheinung
Frau mit Geierhaube und Doppelkrone, meist im engen roten oder blauen Kleid; als Löwenköpfige; als Geier.
Name und Wesen
Ihr Name ist das gewöhnliche Wort für „Mutter“, geschrieben mit dem Geier — dem Vogel, der in Ägypten als besonders fürsorglich galt. Mut ist damit weniger eine Person mit Mythen als eine Funktion: die göttliche Mutterschaft, die den König erzeugt und die Königin legitimiert. Königinnen tragen die Geierhaube nach ihrem Vorbild.
Der Isheru-See
Der Mutbezirk in Karnak umschließt einen halbmondförmigen See. Solche Isheru-Seen gehören typischerweise zu gefährlichen Löwengöttinnen: Das Wasser besänftigt die zornige Göttin. Amenophis III. ließ hier mehrere hundert Sitzstatuen der Sachmet aufstellen — vermutlich für ein Ritual, das an jedem Tag des Jahres eine andere Statue bediente, um Seuchen abzuwehren.
Fest der Trunkenheit
Zum Mutkult gehört das Fest der Trunkenheit im ersten Monat, bei dem Bier und Musik die Rückkehr der besänftigten Göttin feierten. Ausgrabungen im Mutbezirk haben einen „Porch of Drunkenness“ der Hatschepsut freigelegt. Das Fest war rituell, nicht ausgelassen im modernen Sinn — Trunkenheit galt als Zustand der Gottesnähe.
Königtum, Krieg & SchutzHaus, Geburt & Alltag