Lokal- & TiergötterKönigtum, Krieg & Schutzmittelmäßig belegt
Buchis
griechisch Buchis · ägyptisch Bꜣ-ḫ
Der heilige Stier von Armant, Erscheinungsform des Month; sein Fell wechselte angeblich stündlich die Farbe.
- Zuständig für
- Krieg, Orakel, Heilung
- Bezeugt
- 30. Dynastie bis 340 n. Chr.
- Kultorte
- Armant (Bucheum)
- Familie
- Zuordnung: Ba des Month
Mutterkuh: eigene Nekropole (Baqaria)
Erscheinung
Stier mit Sonnenscheibe und Doppelfeder; weißer Körper mit schwarzem Kopf.
Der jüngste der drei Stiere
Ägypten kannte viele heilige Tiere, aber nur drei Stierkulte sind gut bezeugt: Apis (zu Ptah), Mnevis (zu Re) und Buchis (zu Month). Buchis ist der jüngste von ihnen — er taucht erst am Ende der Spätzeit in den Quellen auf, während Mnevis schon aus Gräbern und Denkmälern des Neuen Reichs bekannt ist.
Er entstand offenbar aus der Verschmelzung älterer Stiergestalten des Month. Das erklärt die verteilte Zuständigkeit: Sein Grab lag in Armant, die Riten zur Einsetzung eines neuen Buchis wurden aber in Theben vollzogen, und Kulte bestanden auch in Tod und Medamud. In Medamud ist er zudem als Orakelgott belegt — der Stier gab Antworten, wie es sonst von Barkenprozessionen berichtet wird.
Späteste Zeugnisse
Die Stelen des Bucheum reichen bis in die Mitte des 4. Jahrhunderts n. Chr. und gehören damit zu den letzten datierten Zeugnissen funktionierender altägyptischer Kultpraxis. Sie sind zudem historisch wertvoll, weil sie Regierungsdaten römischer Kaiser nach ägyptischem Muster nennen. Antike Autoren behaupteten, das Fell des Buchis ändere stündlich die Farbe und sein Haar wachse gegen den Strich.
Lokal- & TiergötterKönigtum, Krieg & Schutz