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Netjeru

Nachschlagewerk zu den Göttern und Mythen des alten Ägypten — 134 Einträge, mit Quellen und Beleglage.

Lokal- & TiergötterNil, Ernte & FruchtbarkeitKönigtum, Krieg & Schutzgut belegt

Satet

griechisch Satis · ägyptisch Sṯt

Herrin von Elephantine und der Südgrenze; sie gießt das Wasser der Flut aus und empfängt den König an der Grenze.

SṯtUmschrift
Zuständig für
Nilflut, Südgrenze, Reinigung, Jagd
Bezeugt
Frühdynastisch bis Römerzeit
Kultorte
Elephantine (Satettempel über einer prädynastischen Felsnische), Sehel
Familie
Gemahl: Chnum
Tochter: Anuket
Trias: Chnum – Satet – Anuket

Erscheinung

Frau mit der Weißen Krone, an der zwei Antilopenhörner seitlich angesetzt sind; oft mit Pfeil und Bogen oder Wasserkrügen.

Der älteste Tempel

Der Satettempel auf Elephantine ist archäologisch besonders wertvoll: Er entstand in der Frühzeit als schlichte Nische zwischen Granitfelsen und wurde über 3000 Jahre hinweg immer wieder überbaut — die deutschen Grabungen haben die Schichten Bau für Bau dokumentiert. Man kann dort die Entwicklung ägyptischer Sakralarchitektur vom Naturheiligtum zum Steintempel praktisch ablesen.

Grenzgöttin

Elephantine war Zollstation und Militärposten gegenüber Nubien. Satet begrüßt den heimkehrenden König und reinigt ihn mit Wasser aus vier Krügen. Ihr Name wird mit „ausgießen“ oder „schießen“ verbunden — beides passt zu Wasser und Grenzverteidigung.

Lokal- & TiergötterNil, Ernte & FruchtbarkeitKönigtum, Krieg & Schutz