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Die vier Horussöhne
Vier Schutzgötter der Eingeweide, deren Köpfe die Kanopenkrüge tragen — jeweils von einer Göttin bewacht.

- Zuständig für
- Schutz der Eingeweide, Himmelsrichtungen
- Bezeugt
- Pyramidentexte bis Römerzeit
- Kultorte
- Bestattungsritual im gesamten Land
- Familie
- Vater: Horus (teils Osiris)
Amset: Leber, Süden, geschützt von Isis
Hapi: Lunge, Norden, geschützt von Nephthys
Duamutef: Magen, Osten, geschützt von Neith
Kebehsenuef: Darm, Westen, geschützt von Serket
Erscheinung
Amset (Menschenkopf) · Hapi (Pavian) · Duamutef (Schakal) · Kebehsenuef (Falke). Als Mumien mit diesen Köpfen; auf Kanopendeckeln ab der 18. Dynastie.
Zweck
Bei der Mumifizierung wurden Leber, Lunge, Magen und Darm entnommen, separat getrocknet und in vier Krügen beigesetzt — das Herz blieb im Körper, das Gehirn wurde verworfen. Die vier Söhne des Horus garantieren, dass diese Teile nicht verloren gehen und der Körper im Jenseits vollständig ist. Die Zuordnung der Organe schwankt in älteren Quellen; ab dem Neuen Reich ist sie fest.
Namensbedeutungen
Amset („der Dill-artige“?, unsicher), Hapi (nicht identisch mit dem Nilgott gleichen Namens — ein häufiger Verwechslungsfall), Duamutef „der seine Mutter preist“, Kebehsenuef „der seine Brüder erfrischt“. Die Bezüge zu Wasser und Kühlung passen zur Konservierungsaufgabe.
Kanopen
Der Begriff „Kanope“ ist ein Irrtum der frühen Ägyptologie: Er stammt vom griechischen Ortsnamen Kanopos, wo man einen krugförmigen Osiris verehrte. Die Krüge selbst haben mit dem Ort nichts zu tun. In der Dritten Zwischenzeit legte man die Organe teils wieder in den Körper zurück und stellte trotzdem leere Kanopen auf — die Form war wichtiger als die Funktion.
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