Ort · Oberägyptengut belegt
Gebelein
Pr-Ḥwt-ḤrwPathyrisheute: el-Gharira
Zwei Hügel südlich von Theben — Hathors Ort, mit den ältesten Papyri Ägyptens und einer Geschichte vom Königsgut zur Garnison.

- Zeitraum
- Prädynastisch bis Römerzeit
- Region
- Oberägypten
- Hauptgottheiten
- Hathor, Herrin der beiden Berge
- Bauten
- Tempel auf dem südlichen Hügel · Friedhof auf dem nördlichen Hügel
Zwei Berge, und der Name sagt es
Der arabische Name el-Gabalein, „die zwei Berge“, gibt den antiken wieder: Zwei Hügel beherrschen die Gegend und ziehen sich von Norden nach Süden.
Die Arbeitsteilung zwischen ihnen ist alt. Der nördliche Hügel diente seit prädynastischer Zeit als Friedhof — heute durchschneiden ihn eine Bahnlinie und ein Kanal. Auf dem südlichen stand der Tempel, und dicht an dessen heiligem Bezirk wuchs spätestens ab der 2. Dynastie eine Siedlung.
Hathor und ihre beiden Berge
Der Ort gehört Hathor. Ihr Beiname nimmt die Landschaft auf: „Herrin der beiden Berge“. In demotischen Papyri der Ptolemäer- und Römerzeit heißt sie „Herrin der nṯrwj“ — eine Bezeichnung, deren Herleitung unklar ist.
Der ägyptische Ortsname lautet Pr-Ḥwt-Ḥrw, „das Haus der Hathor“. Seit der 12. Dynastie ist er belegt und wird später zu Pathyris, wie ihn zahllose griechische und demotische Papyri führen.
Vom Tempel selbst sind vor allem Weihinschriften an Hathor übrig, gestiftet von Königen wie von Privatleuten — vom Mittleren Reich bis in die Ptolemäer- und Römerzeit.
Die ältesten Papyri ihrer Art
Der bemerkenswerteste Fund stammt aus Gräbern der 4. Dynastie: Die dort entdeckten Papyri sind die ältesten Dokumente ihrer Gattung überhaupt.
Vom Königsgut zur Garnison
Die Geschichte des Ortes lässt sich als Abfolge von Funktionen erzählen, und sie ist ungewöhnlich klar:
- Im Alten Reich ist Gebelein ein königliches Gut.
- Später wird es ein Ort, an dem Söldner angeworben werden, und ein Militärposten.
- In ptolemäischer Zeit ist es eine Garnisonssiedlung.
Der Kult läuft dabei durch. Dass ein Ort militärisch umgewidmet wird, heißt nicht, dass sein Heiligtum aufhört — die Weihinschriften reichen über alle drei Phasen hinweg.
Nicht weit nördlich liegt Sumenu, der Kultort des Sobek — griechisch Krokodilopolis, heute el-Mahamid Qibli. Die beiden Orte werden gelegentlich verwechselt.