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Netjeru

Nachschlagewerk zum alten Ägypten: Götter, Orte, Objekte und Zeit — 201 Einträge, mit Quellen und Beleglage.

Lokal- & TiergötterKönigtum, Krieg & Schutzdünn belegt

Ha

Gott der Westwüste, Schutzherr gegen die Libyer.

ḤꜣUmschrift
Zuständig für
Westwüste, Grenzschutz
Bezeugt
Altes Reich bis Spätzeit
Kultorte
Westliches Delta, Oasen
Familie
Nähe: Asch, Sopdu (als Ostpendant)

Erscheinung

Mann mit dem Zeichen für „Wüstenbergland“ auf dem Kopf.

Zur Person

Ha ist das westliche Gegenstück zu Sopdu im Osten: ein Grenzgott für die Richtung, aus der Libyerstämme kamen. Er ist selten dargestellt und tritt vor allem in Aufzählungen und Titeln auf. Seine Existenz zeigt, dass die Ägypter ihre Weltkarte religiös absicherten — jede Himmelsrichtung bekam einen Zuständigen.

Wahrscheinlich selbst Libyer

Bei einem Gott, der die Westgrenze gegen die Libyer hält, liegt die Annahme nahe, er sei ägyptisch. Die Forschung hält das Gegenteil für wahrscheinlicher: Ha dürfte selbst libyscher Herkunft sein — also aus genau der Richtung stammen, die er bewacht.

Belegen lässt sich das nicht endgültig, und zwar aus einem Grund, der zugleich das Interessante daran ist: Er ist so früh und so vollständig eingegliedert, dass die Herkunft im Befund nicht mehr sichtbar ist. Dasselbe gilt für Dedun aus Nubien und Sopdu im Osten.

Deshalb zählt die Ägyptologie diese drei nicht zu den „fremden Göttern“. Der Begriff meint die vorderasiatischen Gottheiten, die erst im Neuen Reich hinzukamen und deren Herkunft benannt blieb. Die Grenzgötter waren zu diesem Zeitpunkt längst Inventar.

Daneben gab es auch Götter unbestritten ägyptischer Herkunft, die für Randgebiete zuständig waren — Min von Koptos für die Ostwüste. Zuständigkeit für die Peripherie und Herkunft aus der Peripherie sind also zwei verschiedene Dinge, die bei Ha vermutlich zusammenfallen.

Lokal- & TiergötterKönigtum, Krieg & Schutz