Lokal- & TiergötterKönigtum, Krieg & Schutzdünn belegt
Ha
Gott der Westwüste, Schutzherr gegen die Libyer.
- Zuständig für
- Westwüste, Grenzschutz
- Bezeugt
- Altes Reich bis Spätzeit
- Kultorte
- Westliches Delta, Oasen
- Familie
- Nähe: Asch, Sopdu (als Ostpendant)
Erscheinung
Mann mit dem Zeichen für „Wüstenbergland“ auf dem Kopf.
Zur Person
Ha ist das westliche Gegenstück zu Sopdu im Osten: ein Grenzgott für die Richtung, aus der Libyerstämme kamen. Er ist selten dargestellt und tritt vor allem in Aufzählungen und Titeln auf. Seine Existenz zeigt, dass die Ägypter ihre Weltkarte religiös absicherten — jede Himmelsrichtung bekam einen Zuständigen.
Wahrscheinlich selbst Libyer
Bei einem Gott, der die Westgrenze gegen die Libyer hält, liegt die Annahme nahe, er sei ägyptisch. Die Forschung hält das Gegenteil für wahrscheinlicher: Ha dürfte selbst libyscher Herkunft sein — also aus genau der Richtung stammen, die er bewacht.
Belegen lässt sich das nicht endgültig, und zwar aus einem Grund, der zugleich das Interessante daran ist: Er ist so früh und so vollständig eingegliedert, dass die Herkunft im Befund nicht mehr sichtbar ist. Dasselbe gilt für Dedun aus Nubien und Sopdu im Osten.
Deshalb zählt die Ägyptologie diese drei nicht zu den „fremden Göttern“. Der Begriff meint die vorderasiatischen Gottheiten, die erst im Neuen Reich hinzukamen und deren Herkunft benannt blieb. Die Grenzgötter waren zu diesem Zeitpunkt längst Inventar.
Daneben gab es auch Götter unbestritten ägyptischer Herkunft, die für Randgebiete zuständig waren — Min von Koptos für die Ostwüste. Zuständigkeit für die Peripherie und Herkunft aus der Peripherie sind also zwei verschiedene Dinge, die bei Ha vermutlich zusammenfallen.
Lokal- & TiergötterKönigtum, Krieg & Schutz