PersonifikationenSonne, Himmel & Gestirnedünn belegt
Die vier Windgötter
Vier Himmelsrichtungen als Windwesen; der Nordwind gilt als angenehmster und wird am häufigsten angerufen.
- Zuständig für
- Wind, Himmelsrichtungen, Atem
- Bezeugt
- Andeutungen ab dem Neuen Reich; ausgeführtes System erst griechisch-römisch
- Kultorte
- Darstellungen vor allem in ptolemäisch-römischen Tempeln (Edfu, Dendera, Esna)
- Familie
- Nähe: Schu als Luftgott übergeordnet
Erscheinung
Qebui (Nord): widderköpfig, meist vierköpfig und geflügelt · Henchisesui (Ost): käferköpfig · Schehbui (Süd): löwenköpfig · Hutchai (West): schlangenköpfig. Alle geflügelt.
Einordnung
Die vier Winde als durchkomponiertes Vierergespann sind ein spätes theologisches System, sichtbar vor allem an Tempeldecken. Älter und volkstümlicher ist die Verehrung des kühlen Nordwinds allein: „Möge er den süßen Hauch des Nordwinds atmen“ gehört zu den Standardwünschen auf Grabstelen seit dem Alten Reich. Die Beleglage für die ausgeführte Vierergruppe ist auf wenige Tempel beschränkt.
Zur Umschrift
Dieser Eintrag führt keine Umschrift, weil sich nur eine der vier gesichert angeben lässt: der Nordwind als Qbwj. Für Henchisesui, Schehbui und Hutchai kursieren eingedeutschte Formen, deren Umschrift hier nicht belegt werden konnte. Eine Angabe für die Gruppe wäre entweder unvollständig oder geraten — beides wäre schlechter als keine.
PersonifikationenSonne, Himmel & Gestirne