Königtum, Krieg & SchutzWissen, Schrift & Magiemittelmäßig belegt
Werethekau
„Die Große an Zauber“ — Personifikation der Königskrone und ihrer magischen Wirkung.
- Zuständig für
- Krone, Magie, Königsschutz
- Bezeugt
- Altes Reich bis Römerzeit
- Kultorte
- Kein eigener Haupttempel; Verehrung im Krönungsritual
- Familie
- Gleichsetzung: mit Isis, Mut, Sachmet, Wadjet
Erscheinung
Löwenköpfige oder schlangenköpfige Frau, oft eine Krone säugend oder tragend; auch als aufgerichtete Kobra.
Die Krone als Person
Die ägyptische Krone ist kein Kleidungsstück, sondern eine Gottheit, die den König gefährlich schützt. Werethekau ist diese Wirkung in Person: Sie „säugt“ den König und macht ihn dadurch zum Gott. Der Titel „Große an Zauber“ wird zugleich als Epitheton für Isis verwendet, weshalb die Grenze zwischen eigenständiger Gottheit und Beiname fließend ist. Aus dem Grab Tutanchamuns stammt ein Anhänger, der sie als Schlange mit Frauenkopf zeigt, die den König säugt.
Eine Statue, die zweimal aufgestellt wurde
Im Amuntempel von Karnak stand eine Gruppe, die Werethekau den König Cheops säugend zeigte — und spätere Herrscher haben sie erneuern lassen, so wie sie dort auch Snofru, Sahure und Djedkare-Isesi ehrten und eine Statue Niuserres bewahrten. Der Ort sammelte also seine Vorgeschichte ein: In der 18. Dynastie wurde ein mehr als tausend Jahre altes Bild wiederhergestellt, weil es zeigte, was jeder Krönung zugrunde lag.
Sie gilt in dieser Zeit als „Tochter des Amun“. Das ist kein Widerspruch zur Nähe zu Isis, sondern folgt aus der Gleichsetzung Amuns mit Re: Wer den König krönt, gehört an die Spitze der Genealogie.
Königtum, Krieg & SchutzWissen, Schrift & Magie