Königtum, Krieg & SchutzWissen, Schrift & MagieHaus, Geburt & Alltagmittelmäßig belegt
Sched
„Der Retter“ — jugendlicher Gott, der Bisse, Stiche und Raubtiere abwehrt; volkstümlicher Nothelfer.
- Zuständig für
- Rettung aus Gefahr, Abwehr von Gift, Jagd
- Bezeugt
- Neues Reich, besonders Amarnazeit; später in Harpokrates aufgegangen
- Kultorte
- Amarna, Deir el-Medina, Hausaltäre
- Familie
- Angleichung: Horus als Sched-Harpokrates
Erscheinung
Jugendlicher mit Seitenlocke, meist auf einem Streitwagen oder mit Bogen, Schlangen und Skorpione in den Händen, Gazellen und Krokodile zu Füßen.
Ein Gott der Lücke
Sched taucht auffällig in der Amarnazeit auf — genau dann, als die üblichen Schutzgötter offiziell abgeschafft waren. Der Name ist ein Partizip: „der Errettende“. Auf Stelen aus Arbeitersiedlungen erscheint er als Antwort auf ein handfestes Bedürfnis. Nach der Amarnazeit verschmilzt er weitgehend mit dem Horuskind auf den Cippi. Er zeigt gut, dass Religion, wenn oben etwas verboten wird, unten neue Formen findet.
Die Linie zu den Horusstelen
Diese Verschmelzung ist nicht bloß eine Ähnlichkeit, sondern eine Entwicklungslinie: Die Weihgaben an Horus-Sched aus dem Neuen Reich sind die Vorstufe, aus der die späteren Horusstelen und Heilstatuen hervorgehen. Das Bildschema ist beide Male dasselbe — eine Gottheit, die gefährliche Tiere unterwirft und in den Händen hält.
Wer also eine Horusstele betrachtet, sieht ein Objekt, dessen Form aus dem Schedkult stammt. Der Name verschwand, die Bildformel blieb — und mit ihr die Funktion: Schutz und Heilung gegen Biss und Gift.
Königtum, Krieg & SchutzWissen, Schrift & MagieHaus, Geburt & Alltag