Königtum, Krieg & SchutzHaus, Geburt & Alltaggut belegt
Sachmet
griechisch Sachmis · ägyptisch Sḫmt
„Die Mächtige“ — löwenköpfige Göttin der Seuche und des Krieges, die dieselben Krankheiten heilt, die sie schickt.
- Zuständig für
- Krieg, Seuche, Heilkunde, Sonnenauge
- Bezeugt
- Altes Reich bis Römerzeit
- Kultorte
- Memphis (mit Ptah), Karnak (Mutbezirk), Leontopolis
- Familie
- Gemahl: Ptah
Sohn: Nefertem
Aspekte: Auge des Re; friedliche Gegenform Bastet
Erscheinung
Frau mit Löwinnenkopf, Sonnenscheibe und Uräus, meist im roten Kleid, mit Papyruszepter oder Messern.
Die Vernichtung der Menschen
Im „Buch von der Himmelskuh“ schickt Re sein Auge als Sachmet gegen die aufständischen Menschen. Sie tötet, bis das Land voller Blut ist, und lässt sich nicht mehr stoppen. Re lässt daraufhin 7000 Krüge Bier mit rotem Ocker färben und über das Land gießen; Sachmet trinkt es für Blut, wird betrunken und schläft ein. So endet das Blutbad. Der Mythos ist die Begründung für die Bierfeste zu Jahresbeginn.
Pfeile der Sachmet
Seuchen galten als „Boten“ oder „Pfeile“ der Sachmet, besonders zum Jahreswechsel, wenn nach der Flut Krankheiten auftraten. Entsprechend gab es Rituale zur Besänftigung für jeden der Epagomenentage. Zugleich waren ihre Priester (wꜥb Sḫmt) anerkannte Ärzte — die Zuständigkeit für Krankheit umfasste beide Richtungen. Das medizinische Papyrus Ebers nennt sie im Zusammenhang mit der Herzuntersuchung.
Die Statuenserie Amenophis’ III.
Amenophis III. ließ über 700 lebensgroße Granodioritstatuen der Sachmet aufstellen, vermutlich zwei je Tag des Jahres (eine sitzende, eine stehende). Sie stehen heute verteilt in Museen weltweit. Die gängige Deutung: ein gewaltiges Ritualprogramm zur Abwehr einer Epidemie oder zur Sicherung der Gesundheit des alternden Königs.
Königtum, Krieg & SchutzHaus, Geburt & Alltag