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Netjeru

Nachschlagewerk zum alten Ägypten: Götter, Orte, Objekte und Zeit — 201 Einträge, mit Quellen und Beleglage.

Schöpfung & UrzeitPersonifikationenmittelmäßig belegt

Heh und Hauhet

Personifikation der unendlichen Ausdehnung und der Millionen von Jahren; das Heh-Zeichen wird zum Standardsymbol für „ewig“.

Ḥḥ / ḤḥwtUmschrift
Kleines durchbrochenes Amulett aus gelblicher Fayence, von oben auf hellem Grund aufgenommen. In der Mitte kniet eine Gestalt: Der Oberkörper ist frontal gegeben, der Kopf im Profil, die Arme sind waagerecht zu beiden Seiten ausgestreckt. Von jeder Hand läuft ein schmaler, quer gekerbter Streifen schräg nach unten zum Rand des Amuletts. Über der Gestalt liegt ein waagerechter Balken mit einer von einem Oval umschlossenen Zeichengruppe; unten schließt eine gerade Leiste ab. An drei Stellen ragen kurze, kräftig blaue Stifte aus dem Rand. Die Oberfläche ist abgerieben, in den Vertiefungen haben sich türkisfarbene Glasurreste erhalten.
Zuständig für
Unendlichkeit, Zeit, Grenzenlosigkeit
Bezeugt
Altes Reich bis Römerzeit
Kultorte
Hermopolis Magna
Familie
Gefährtin: Hauhet
Achtheit: zweites Paar

Erscheinung

Kniender Mann mit erhobenen Armen, in jeder Hand eine gekerbte Palmrippe (Jahreszeichen); als Träger des Himmels an Möbeln, Amuletten und Königsschmuck. In der Achtheit froschköpfig.

Zwei Rollen

Heh ist erstens Mitglied der Achtheit — dort steht er für den unbegrenzten Raum vor der Schöpfung. Zweitens ist er die verbreitetste Bildformel Ägyptens für „Millionen Jahre“: Der kniende Heh mit Palmrippen erscheint auf Thronen, Sargbeschlägen, Kopfstützen und Schmuck und wünscht dem Träger unabsehbare Lebenszeit. Vier Hehs stützen zudem den Himmel an den vier Ecken.

In der Himmelskuh-Vignette

Die große Vignette des „Buchs von der Himmelskuh“ zeigt die Kuh mit sternbesetztem Bauch. Schu steht zwischen ihren Beinen und stützt den Bauch mit erhobenen Armen; jedes der vier Beine wird zusätzlich von je zwei Heh-Göttern getragen. Die Szene ist in den Königsgräbern des Neuen Reiches erhalten — bei Sethos I., Ramses II. und Ramses III. füllt die Komposition alle vier Wände eines Nebenraums der Sarkophagkammer.

Die Verbindung von Heh und Schu ist älter als diese Szene: Schon das „Schu-Buch“, eine Gruppe von Sargtextsprüchen (75–83) über das Wesen dieses Gottes, nennt die Heh-Götter in seinem Umfeld.

Zwei kleinere Vignetten daneben zeigen den König, der den Himmelspfeiler hält, und die Götter Djet und Neheh, die die Stützen des Himmels halten. Die drei Bilder gehören zusammen: Die Stütze des Himmels ist hier keine Sache eines einzelnen Gottes, sondern verteilte Aufgabe.

Zeitbegriff

Wichtig ist die Unterscheidung: ḥḥ meint die zählbar-unendliche, sich fortsetzende Zeit (ḏt-nah), nicht die zyklische Wiederkehr (nḥḥ). Die beiden ägyptischen Ewigkeitsbegriffe stehen nebeneinander: unabsehbare Dauer und ewige Wiederholung.

Schöpfung & UrzeitPersonifikationen