Schöpfung & UrzeitSonne, Himmel & GestirnePersonifikationengut belegt
Schu
griechisch Sos · ägyptisch Šw
Gott der Luft und des Lichts, der Himmel und Erde auseinanderhält und damit den Raum schafft, in dem Leben möglich ist.

- Zuständig für
- Luft, Licht, Raum, Trennung von Himmel und Erde
- Bezeugt
- Pyramidentexte bis Römerzeit
- Kultorte
- Heliopolis, Leontopolis (Tell el-Muqdam), Nay-ta-hut
- Familie
- Vater: Atum
Schwester und Gefährtin: Tefnut
Kinder: Geb und Nut
Enkel: Osiris, Isis, Seth, Nephthys
Erscheinung
Mann mit einer Straußenfeder auf dem Kopf, meist kniend mit erhobenen Armen, die Nut stützen; gelegentlich löwengestaltig, dann als „Löwenpaar“ mit Tefnut.
Die Trennung
Das bekannteste Bild ägyptischer Kosmologie zeigt Schu, wie er die zum Himmel gewordene Nut über den liegenden Geb hebt. Vorher lagen beide aneinander; erst die Trennung schafft die Luftschicht, in der Menschen atmen und die Sonne fahren kann. Schu ist damit weniger „Wind“ als „Zwischenraum“ — der Abstand, der die Welt bewohnbar macht.
Luft als Lebensmittel
In den Sargtexten spricht Schu in der ersten Person: Er ist der Atem, den der Tote in der Nase braucht, und der Wind, der die Segel füllt. Der Wunsch nach „süßem Hauch des Nordwinds“ gehört zu den häufigsten Bitten auf Grabstelen.
Schu als König
Späte Texte (u. a. Papyrus Bremner-Rhind und der „Mythos vom Sonnenauge“) lassen Schu nach Re als zweiten Weltkönig regieren, bis er von Aufständischen bedrängt wird und Geb den Thron übernimmt. Solche Götterdynastien liefern das Vorbild für die Königslisten, die Menschenkönige direkt an Götterkönige anschließen.
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