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Netjeru

Nachschlagewerk zum alten Ägypten: Götter, Orte, Objekte und Zeit — 201 Einträge, mit Quellen und Beleglage.

Lokal- & TiergötterKönigtum, Krieg & Schutzdünn belegt

Tasenetnofret und Panebtaui

„Die gute Schwester“ und „Der Herr der beiden Länder“ — Gemahlin und Kind des Haroeris in Kom Ombo.

Tꜣ-snt-nfrt / Pꜣ-nb-tꜣwjUmschrift
Zuständig für
Ortstrias, Kindgott, Königsschutz
Bezeugt
Ptolemäisch-römisch
Kultorte
Kom Ombo
Familie
Gemahl/Vater: Haroeris

Erscheinung

Tasenetnofret als Frau mit Hathorkrone; Panebtaui als Kind mit Seitenlocke und Doppelkrone.

Ein Familienmodell

Die nördliche Hälfte des Doppeltempels von Kom Ombo ist dieser Trias gewidmet. Tasenetnofret ist eine lokale Hathorform ohne eigenständige Mythen; Panebtaui, „Herr der beiden Länder“, verkörpert den König als göttliches Kind. Solche Trias-Bildungen sind kein alter Mythos, sondern theologische Ordnungsarbeit der Ptolemäerzeit — jeder größere Tempel brauchte Vater, Mutter und Kind.

Wozu das Kind gebraucht wurde

Für den Kindgott wurde ein eigenes Gebäude errichtet: das Geburtshaus. Ägyptisch heißt es pr-mst, „Haus der Geburt“; der geläufige Name Mammisi ist eine Bildung Champollions aus dem Koptischen und bedeutet dasselbe. Über mehr als fünfhundert Jahre bekamen die großen Tempel solche Nebenbauten, jeder für das Kind seiner eigenen Trias: Dendera für Ihi, Edfu für Harsomtus, Philae für Harpokrates — und Kom Ombo für Panebtaui-pa-chered, „Panebtaui, das Kind“.

Die Dekoration erzählt durchweg Geburt und Aufzucht dieses Kindes. Und darin liegt der eigentliche Zweck: Der junge Gott wurde mit dem regierenden König gleichgesetzt, weshalb das Geburtshaus zugleich ein Ort des Kults für den lebenden Herrscher war.

Damit erklärt sich der Name. „Herr der beiden Länder“ ist ein Königstitel, kein Götterepitheton — Panebtaui heißt so, weil er der König ist. Und Tasenetnofret ist in diesem Bau die Mutter, die ihn zur Welt bringt. Von Kom Ombos Mammisi steht allerdings kaum noch etwas.

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