Lokal- & TiergötterFremde Götterdünn belegt
Asch
Gott der libyschen Wüste und der Oasen; „Herr von Libyen“.
- Zuständig für
- Westwüste, Oasen, Wein
- Bezeugt
- 2. Dynastie bis Neues Reich
- Kultorte
- Westwüste, Oasen
- Familie
- Nähe: Seth, Ha
Erscheinung
Mann mit Falkenkopf, gelegentlich mit dem Kopf des Sethtieres; auch mit drei Köpfen.
Zur Person
Asch erscheint bereits auf Weinkrugsiegeln der Frühzeit — die Oasen waren Ägyptens Weinbaugebiete, was seine Zuständigkeit erklärt. Sein gelegentlicher Sethkopf ordnet ihn dem Wüstenbereich zu. Später wird er weitgehend von Seth und von Ha verdrängt.
Was die frühen Siegel zeigen
Daressy hat 1916 zusammengestellt, was auf den Siegeln zu sehen ist: eine Gottheit mit Menschen- oder Sethtierkopf, mitunter mit der Weißen Krone Oberägyptens, dem Namen von Herrschern der 2. Dynastie gegenübergestellt. Dieselbe Gestalt erscheint in menschlicher Form auf einem großen Relief aus dem Totentempel des Sahure, das libysche Gefangene zeigt.
Eigener Gott oder Beiname des Seth?
Daressys Deutung ist nicht die heute übliche, und sie ist der Grund, diesen Abschnitt zu schreiben. Er bestritt, dass Asch ein eigener Gott ist: „Ach n’est donc pas un dieu libyen“ — er sei ein Beiname des Sutech, des Herrn der dürren und öden Länder, der gemeinsam mit der Göttin des Westens die Fremdländer an Ägypten ausgeliefert habe; an anderer Stelle nennt er ihn einen Zunamen des Nubti, des Gottes Oberägyptens.
Die Nähe zu Seth, die dieser Eintrag als Zuordnung zum Wüstenbereich beschreibt, ist in der älteren Forschung also so weit getrieben worden, dass Asch darin ganz aufging. Wer die Weinkrugsiegel als Zeugnis für einen selbständigen Oasengott liest, trifft damit eine Entscheidung, die nicht immer so getroffen wurde.
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