Sonne, Himmel & GestirneNil, Ernte & Fruchtbarkeitgut belegt
Sopdet
griechisch Sothis · ägyptisch Spdt
Der Stern Sirius als Göttin; ihr heliakischer Aufgang kündigte die Nilflut und den Jahresbeginn an.
- Zuständig für
- Sirius, Jahresbeginn, Nilflut, Zeitrechnung
- Bezeugt
- 1. Dynastie (Elfenbeintäfelchen) bis Römerzeit
- Kultorte
- Elephantine, Heliopolis, Philae (mit Isis verschmolzen)
- Familie
- Gefährte: Sah (Orion)
Sohn: Sopdu
Verschmelzung: Isis-Sothis
Erscheinung
Frau mit hohem Stern oder Kegelkopfputz mit Stern; in der Spätzeit auf einem Hund reitend (Verwechslung mit dem Sternbild Großer Hund).
Astronomie und Kalender
Sirius verschwindet rund 70 Tage lang unter dem Horizont und erscheint dann kurz vor Sonnenaufgang wieder — nahezu zeitgleich mit dem Beginn der Nilüberschwemmung. Dieser heliakische Aufgang markierte das ägyptische Neujahr wpt-rnpt. Weil das bürgerliche Jahr mit 365 Tagen rechnete und der Schalttag fehlte, verschob es sich gegenüber dem Sothisjahr um einen Tag alle vier Jahre; nach etwa 1460 Jahren stimmten beide wieder überein („Sothiszyklus“). Antike Notizen über solche Koinzidenzen gehören zu den Ankern der ägyptischen Chronologie — allerdings mit erheblichen Unsicherheiten, weil der Beobachtungsort mitzählt.
Als Isis
Ab dem Neuen Reich wird Sopdet weitgehend mit Isis identifiziert, Sah mit Osiris. Damit wird der Sternenhimmel zur Bühne des Osirismythos: Isis-Sothis folgt Osiris-Orion über den Himmel.
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