Lokal- & TiergötterNil, Ernte & Fruchtbarkeitdünn belegt
Hatmehit
Fischgöttin von Mendes — eine der ganz wenigen Gottheiten in Fischgestalt.
- Zuständig für
- Fisch, Delta, Schutz
- Bezeugt
- Altes Reich bis Spätzeit
- Kultorte
- Mendes (Djedet)
- Familie
- Gemahl: Banebdjedet
Sohn: Harpokrates von Mendes
Erscheinung
Frau mit einem Fisch (meist als Schilbe gedeutet) auf dem Kopf; selten als Fisch selbst.
Fisch als Gottheit
Fische galten in Ägypten überwiegend als unrein für Priester, weshalb Fischgottheiten selten sind. Hatmehit ist die bedeutendste Ausnahme; ihr Name heißt etwa „Erste der Fische“. In Mendes bildete sie mit Banebdjedet und einem Kindgott die Ortstrias. Belege außerhalb des Deltas sind rar.
Ein Kult außerhalb von Mendes
Sie blieb nicht auf ihre Stadt beschränkt. Eine Statuette der Saiten- oder Perserzeit trägt ein Anrufungsopfer an „Hatmehit, die in Amente residiert, Auge des Re, Herrin des Himmels, die in Mendes weilt“. Der Stifter, ein Priester namens Udjahorresne, versah seine Ämter aber nicht in Mendes, sondern im 3. unterägyptischen Gau um Imau (Kom el-Hisn) — wo neben Hathor und Osiris auch Hatmehit einen Kult beanspruchte.
Wo genau dieser Kult saß, lässt sich nicht sagen. Es fehlt an ausdrücklichen Zeugnissen; der Beleg reicht, um ihn zu postulieren, nicht, um ihn zu verorten. Das ist der übliche Zustand bei dieser Göttin — und der Grund, warum ihre Quellenlage hier als dünn geführt wird.
Bemerkenswert ist der Titel „Auge des Re“: Er reiht die Fischgöttin unter die gefährlichen Töchter des Sonnengottes ein, zu denen sonst Löwinnen und Kobras gehören.
Lokal- & TiergötterNil, Ernte & Fruchtbarkeit