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Netjeru

Nachschlagewerk zu den Göttern und Mythen des alten Ägypten — 134 Einträge, mit Quellen und Beleglage.

PersonifikationenHaus, Geburt & Alltagmittelmäßig belegt

Schai und Meschenet

griechisch Agathos Daimon (für Schai) · ägyptisch Šꜣj / Msḫnt

Das zugeteilte Schicksal und die Geburtsziegel — zwei Mächte, die beim ersten Atemzug über den Lebensweg entscheiden.

Šꜣj / MsḫntUmschrift
Zuständig für
Schicksal, Lebensdauer, Geburt
Bezeugt
Mittleres Reich bis Römerzeit
Kultorte
kein eigener Tempel; im Geburtsritual präsent
Familie
Umfeld: Renenutet, Chnum, Heket, die sieben Hathoren

Erscheinung

Schai als Mann oder Schlange; Meschenet als Frau mit einem stilisierten Ziegel mit Menschenkopf auf dem Kopf, oder als Ziegel selbst.

Der Geburtsziegel

Ägyptische Frauen gebaren hockend auf zwei Ziegeln. Meschenet ist dieser Ziegel als Gottheit — ein Gerät wird zum Wesen, wie beim Imiut oder der Krone. 2001 wurde in Abydos ein bemalter Geburtsziegel des Mittleren Reichs gefunden, der die Existenz solcher Objekte erstmals archäologisch bestätigte.

Schicksal in Ägypten

Schai ist das, was einem „bestimmt“ ist, vor allem die Lebensspanne. Wichtig: Die Ägypter dachten das nicht als starren Determinismus. Man konnte durch Frömmigkeit und Maat-gemäßes Handeln Einfluss nehmen; und im Totengericht steht Schai als Zeuge neben dem Verstorbenen, was nur sinnvoll ist, wenn Verantwortung bleibt.

Papyrus Westcar

Die berühmteste Geburtsszene der ägyptischen Literatur: Isis, Nephthys, Meschenet, Heket und Chnum treten als Hebammen auf und verkünden bei der Geburt der drei künftigen Könige jeweils deren Schicksal — Ägyptens ältestes erzählendes Zeugnis für die Vorstellung, dass das Los mit dem Namen gesprochen wird.

PersonifikationenHaus, Geburt & Alltag