PersonifikationenHaus, Geburt & Alltagmittelmäßig belegt
Schai und Meschenet
griechisch Agathos Daimon (für Schai) · ägyptisch Šꜣj / Msḫnt
Das zugeteilte Schicksal und die Geburtsziegel — zwei Mächte, die beim ersten Atemzug über den Lebensweg entscheiden.
- Zuständig für
- Schicksal, Lebensdauer, Geburt
- Bezeugt
- Mittleres Reich bis Römerzeit
- Kultorte
- kein eigener Tempel; im Geburtsritual präsent
- Familie
- Umfeld: Renenutet, Chnum, Heket, die sieben Hathoren
Erscheinung
Schai als Mann oder Schlange; Meschenet als Frau mit einem stilisierten Ziegel mit Menschenkopf auf dem Kopf, oder als Ziegel selbst.
Der Geburtsziegel
Ägyptische Frauen gebaren hockend auf zwei Ziegeln. Meschenet ist dieser Ziegel als Gottheit — ein Gerät wird zum Wesen, wie beim Imiut oder der Krone. 2001 wurde in Abydos ein bemalter Geburtsziegel des Mittleren Reichs gefunden, der die Existenz solcher Objekte erstmals archäologisch bestätigte.
Schicksal in Ägypten
Schai ist das, was einem „bestimmt“ ist, vor allem die Lebensspanne. Wichtig: Die Ägypter dachten das nicht als starren Determinismus. Man konnte durch Frömmigkeit und Maat-gemäßes Handeln Einfluss nehmen; und im Totengericht steht Schai als Zeuge neben dem Verstorbenen, was nur sinnvoll ist, wenn Verantwortung bleibt.
Papyrus Westcar
Die berühmteste Geburtsszene der ägyptischen Literatur: Isis, Nephthys, Meschenet, Heket und Chnum treten als Hebammen auf und verkünden bei der Geburt der drei künftigen Könige jeweils deren Schicksal — Ägyptens ältestes erzählendes Zeugnis für die Vorstellung, dass das Los mit dem Namen gesprochen wird.
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