Fremde GötterLokal- & Tiergötterdünn belegt
Dedun
Nubischer Gott des Weihrauchs und des Reichtums, von Ägypten übernommen.
- Zuständig für
- Weihrauch, Nubien, Wohlstand
- Bezeugt
- Pyramidentexte bis Neues Reich
- Kultorte
- Semna in Nubien, Nubische Tempel des Neuen Reichs
- Familie
- Zuordnung: „Der aus Nubien kommt“
Erscheinung
Mann in ägyptischer Tracht, gelegentlich löwengestaltig; kaum spezifische Attribute.
Ein importierter Gott
Dedun ist einer der wenigen sicher nubischen Götter im ägyptischen Pantheon. In den Pyramidentexten bringt er Weihrauch — Nubien war das Transitland für Weihrauch, Ebenholz und Gold. Thutmosis III. weihte ihm in Semna einen Tempel und stellte ihn neben den vergöttlichten Sesostris III. Die ägyptische Politik nutzte solche Kulte, um in eroberten Gebieten anschlussfähig zu bleiben.
„Importiert“ ist nicht dasselbe wie „fremd“
Die Überschrift oben ist trotzdem nur die halbe Wahrheit, und der Unterschied ist aufschlussreich.
Dedun ist seit den Pyramidentexten belegt, also praktisch seit dem Anfang der schriftlichen Überlieferung. Zusammen mit Ha im Westen und Sopdu im Osten gehört er zu einer kleinen Gruppe von Gottheiten, die aus den Randzonen stammen und trotzdem so früh und so vollständig eingegliedert wurden, dass ihre wahrscheinlich fremde Herkunft gar nicht mehr auffällt.
Die Ägyptologie zählt sie deshalb nicht zu den „fremden Göttern“. Diese Bezeichnung ist den Gottheiten vorbehalten, die im Neuen Reich, verstärkt ab Amenophis II., aus Vorderasien hinzukamen — Anat, Astarte, Baal, Reschef. Bei denen blieb die Herkunft sichtbar und wurde auch benannt.
Der Unterschied liegt also nicht in der Herkunft, sondern im Zeitpunkt. Wer früh genug dazukam, war irgendwann kein Zugezogener mehr. Das ist keine ägyptische Aussage über Dedun, sondern eine moderne Beobachtung an der Quellenlage — sie sagt etwas darüber, wie ein Pantheon wächst.
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