Lokal- & TiergötterSonne, Himmel & Gestirnedünn belegt
Weneg und Wepset
Zwei kaum fassbare Gottheiten: ein früher „Sohn des Re“ und eine nubische Uräusgöttin.
- Zuständig für
- unklar, Sonnenkreis, Uräus
- Bezeugt
- Weneg: 2. Dynastie · Wepset: Ptolemäisch-römisch
- Kultorte
- Weneg: Frühzeit, unklar · Wepset: Philae, Nubien
- Familie
- Weneg: „Sohn des Re“ — einer der ältesten Belege dieses Titels
Erscheinung
Weneg durch eine Blumenhieroglyphe bezeichnet; Wepset als Kobra oder Löwin.
Zwei Grenzfälle
Weneg erscheint in der 2. Dynastie auf Steingefäßen und wird als Himmelsstütze und Richter genannt; danach verschwindet er praktisch. Ob der Name auch als Königsname (Weneg-Nebti) zu lesen ist, wird diskutiert. Wepset ist eine der Sonnenaugen-Göttinnen aus dem nubisch-philäischen Umkreis, bekannt aus wenigen Tempelinschriften. Beide stehen hier stellvertretend für die große Zahl von Gottheiten, über die die Quellen kaum mehr hergeben als einen Namen — ein ehrliches Bild des Forschungsstands.
Warum bei Weneg so wenig herauskommt
Der Name gehört zu einer Gruppe von fünf flüchtigen Herrschern — Ba, Seneferka, Weneg, Sened und Nubnefer —, die aus Inschriften im Stufenpyramidenbezirk des Djoser bekannt sind und sich archäologisch wie epigraphisch der 2. Dynastie zuordnen lassen.
Alle fünf sind bis heute nur in Sakkara bezeugt. Daraus wird geschlossen, dass ihre Macht sich womöglich auf den Norden Ägyptens beschränkte. Zugleich verzeichnen Felsinschriften der Westwüste einen sonst unbekannten König, der offenbar Zugriff auf Teile des Südens hatte.
Wie unsicher der Boden ist, zeigt ein Vorschlag von 2007: Eine erneute Prüfung der Weneg-Inschriften legt nahe, dass Weneg und Raneb ein und derselbe Herrscher gewesen sein könnten. Bewiesen ist das nicht — aber dass ein solcher Vorschlag überhaupt im Raum steht, sagt genug über die Quellenlage der 2. Dynastie.
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