Wissen, Schrift & Magiemittelmäßig belegt
Seschat
„Die Schreiberin“ — Göttin der Vermessung, der Annalen und des Gründungsrituals von Tempeln.
- Zuständig für
- Schrift, Vermessung, Bauwesen, Königsannalen
- Bezeugt
- 2. Dynastie bis Römerzeit
- Kultorte
- kein eigener Tempel bekannt — sie erscheint in den Tempeln aller anderen
- Familie
- Gefährte: Thot
Beiname: „Herrin der Bücher“, „Erste im Bücherhaus“
Erscheinung
Frau im Pantherfell über engem Kleid, auf dem Kopf ein siebenzackiges Emblem unter einem umgekehrten Bogen; mit Schreibpalette und Palmrippe.
Das Spannen der Schnur
Beim Gründungsritual eines Tempels („Spannen des Strickes“, pḏ-šs) stehen König und Seschat einander gegenüber und schlagen Pflöcke ein, zwischen denen die Messschnur gespannt wird — ausgerichtet nach den Sternen. Diese Szene ist von der 2. Dynastie bis in die Römerzeit fast unverändert abgebildet; sie belegt, dass Bauvermessung als heilige Handlung galt.
Annalen
Seschat schreibt die Regierungsjahre des Königs auf die Rippen des Ischedbaums und führt die Listen der Beute und Tribute. Ihr Titel „Erste im Bücherhaus“ verweist auf das Tempelarchiv, das pr-mḏꜣt, in dem Ritualbücher, Inventare und Wissenstexte lagen.
Das Emblem
Der siebenzackige Stern unter dem Bogen ist nicht sicher gedeutet — Vorschläge reichen von einer Pflanze über ein Messgerät bis zu einem Sternsymbol. Da die Zahl Sieben in Ägypten für Vollständigkeit steht, könnte das Zeichen schlicht „alles Zählbare“ meinen. Sicher ist nichts.
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