Sonne, Himmel & GestirneTotenreich & OsiriskreisLokal- & Tiergöttermittelmäßig belegt
Bennu
griechisch Phoinix · ägyptisch Bnw
Der Reiher von Heliopolis, der sich selbst erschafft — Vorbild des griechischen Phönix.
- Zuständig für
- Wiedergeburt, Sonnenaufgang, Zeitzyklen
- Bezeugt
- Pyramidentexte bis Römerzeit
- Kultorte
- Heliopolis, Vignetten im Totenbuch
- Familie
- Zuordnung: Ba des Re; auch Ba des Osiris
Erscheinung
Graureiher mit zwei langen Nackenfedern, oft auf dem Benben-Stein oder einem Weidenbaum stehend, gelegentlich mit Atef-Krone.
Ägyptisch und griechisch
Der Bennu entsteht aus sich selbst auf dem Urhügel und ist die erste Lebensform überhaupt; sein Name klingt an wbn „aufgehen, aufleuchten“ an. Herodot berichtet, ägyptische Priester hätten ihm von einem Vogel erzählt, der alle 500 Jahre aus Arabien komme und den Leichnam seines Vaters in einem Myrrhenei nach Heliopolis bringe. Das Motiv der Selbstverbrennung ist griechisch-römischer Zusatz und in ägyptischen Quellen nicht belegt — ein lehrreicher Fall dafür, wie sich ein Bild auf dem Weg über Kulturgrenzen verändert.
Im Totenbuch
Spruch 83 heißt „Sich verwandeln in einen Bennu“. Der Tote wünscht sich damit die Fähigkeit zur Selbsterneuerung. Der Vogel gehört deshalb zu den häufigsten Vignettenmotiven.
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