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Netjeru

Nachschlagewerk zu den Göttern und Mythen des alten Ägypten — 134 Einträge, mit Quellen und Beleglage.

Sonne, Himmel & GestirneTotenreich & OsiriskreisLokal- & Tiergöttermittelmäßig belegt

Bennu

griechisch Phoinix · ägyptisch Bnw

Der Reiher von Heliopolis, der sich selbst erschafft — Vorbild des griechischen Phönix.

BnwUmschrift
Zuständig für
Wiedergeburt, Sonnenaufgang, Zeitzyklen
Bezeugt
Pyramidentexte bis Römerzeit
Kultorte
Heliopolis, Vignetten im Totenbuch
Familie
Zuordnung: Ba des Re; auch Ba des Osiris

Erscheinung

Graureiher mit zwei langen Nackenfedern, oft auf dem Benben-Stein oder einem Weidenbaum stehend, gelegentlich mit Atef-Krone.

Ägyptisch und griechisch

Der Bennu entsteht aus sich selbst auf dem Urhügel und ist die erste Lebensform überhaupt; sein Name klingt an wbn „aufgehen, aufleuchten“ an. Herodot berichtet, ägyptische Priester hätten ihm von einem Vogel erzählt, der alle 500 Jahre aus Arabien komme und den Leichnam seines Vaters in einem Myrrhenei nach Heliopolis bringe. Das Motiv der Selbstverbrennung ist griechisch-römischer Zusatz und in ägyptischen Quellen nicht belegt — ein lehrreicher Fall dafür, wie sich ein Bild auf dem Weg über Kulturgrenzen verändert.

Im Totenbuch

Spruch 83 heißt „Sich verwandeln in einen Bennu“. Der Tote wünscht sich damit die Fähigkeit zur Selbsterneuerung. Der Vogel gehört deshalb zu den häufigsten Vignettenmotiven.

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