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Netjeru

Nachschlagewerk zum alten Ägypten: Götter, Orte, Objekte und Zeit — 201 Einträge, mit Quellen und Beleglage.

Königtum, Krieg & SchutzSonne, Himmel & GestirneLokal- & Tiergöttergut belegt

Month

griechisch Montu · ägyptisch Mnṯw

Falkengestaltiger Kriegsgott Oberägyptens; im Mittleren Reich Staatsgott, später von Amun überflügelt.

MnṯwUmschrift
Kleine Bronzefigur mit grüner Patina auf einer Standplatte. Der Körper ist der eines schreitenden Mannes mit nacktem Oberkörper und kurzem Schurz, die Arme hängen seitlich herab. Auf den Schultern sitzen zwei Falkenköpfe nebeneinander, jeder mit Schnabel und rundem Auge. Darüber erhebt sich eine hohe Krone aus mehreren schmalen, senkrecht gerippten Federn.
Zuständig für
Krieg, Königlicher Sieg, Sonne, Stierkult
Bezeugt
11. Dynastie bis Römerzeit
Kultorte
Armant (Iuni/Hermonthis), Medamud, Tod, Karnak-Nord
Familie
Gefährtinnen: Rait-taui, Tjenenet, Iunit
Heiliges Tier: Buchis

Erscheinung

Falkenköpfiger Mann mit Sonnenscheibe und zwei hohen Federn, oft mit Krummschwert oder Speer; heiliges Tier ist der Buchisstier.

Der Gott der Mentuhoteps

Die Herrscher der 11. Dynastie, die Ägypten nach der Ersten Zwischenzeit wieder vereinten, tragen seinen Namen: Mentuhotep, „Month ist zufrieden“. In dieser Zeit ist er der wichtigste Gott Thebens. Mit dem Aufstieg Amuns rückt er in die zweite Reihe, bleibt aber der Gott, mit dem man kämpferische Könige vergleicht: Thutmosis III. und Ramses II. werden in Schlachtberichten „wie Month“ genannt.

Vier Tempel, ein Bezirk

Der Kult verteilt sich auf vier Orte um Theben: Armant, Medamud, Tod und Karnak-Nord. In Tod fand man 1936 den „Schatz von Tod“ — Silbergefäße und Lapislazuli aus Mesopotamien und der Ägäis in Truhen mit dem Namen Amenemhets II., einer der wichtigsten Belege für Fernhandel des Mittleren Reichs.

Die vier Orte sind kein loser Verbund, sondern eine Zuständigkeit. Priestertitel der Spätzeit lauten „Prophet des Month, des Herrn von Theben, in Madu“ — der Gott ist Herr von Theben, gedient wird ihm am jeweiligen Ort. Und der Kult in Medamud brauchte offenbar eine Erneuerung: Dass Montuemhet ihn dort wiederhergestellt hat, wird durch saitische Grabdenkmäler von Priestern bestätigt.

In Medamud stand außerdem etwas Ungewöhnliches. Die ptolemäische Säulenhalle hatte drei Türen — eine mittlere und zwei seitliche —, von denen jede auf einen eigenen Weg zu einem eigenen Sanktuar führte. Georges Legrain schloss daraus 1916: Wo in Kom Ombo zwei Götter nebeneinander verehrt wurden, waren es in Medamud drei. Der Schluss stammt aus vier erhaltenen Säulen und ist eine Deutung, keine Inschrift — aber er zeigt, dass die Bauform von Kom Ombo kein völliger Einzelfall gewesen sein muss.

Zwischen den Landeshälften

Am Tor der Umfassungsmauer des Monthtempels von Karnak-Nord steht Ptolemaios IV. vor dem Gott. Zwischen beiden stehen zwei schlanke Säulen mit Falkenstatuen: die eine mit Papyruskapitell und Roter Krone für den Norden, die andere mit Lotoskapitell und Weißer Krone für den Süden.

Legrain notierte dabei eine Merkwürdigkeit: Die Nordsäule ist im Bild südlich der Südsäule angebracht — die beiden sind über Kreuz gesetzt. Eine Erklärung dafür gibt er nicht.

Buchis

Der lebende Buchisstier in Armant galt als Verkörperung des Month. Verstorbene Buchisstiere wurden im Bucheum bestattet; die dortigen Stelen reichen bis 340 n. Chr. und liefern damit einen der spätesten Belege für funktionierenden ägyptischen Tierkult überhaupt.

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