Zeit · Dynastiegut belegt
Frühe 20. Dynastie
Zwei Regierungen, in denen Ägypten die Völkerwanderung des östlichen Mittelmeers abwehrt — und der König einer Palastverschwörung zum Opfer fällt.
- Zeitraum
- Sethnacht und Ramses III., 1198–1164 v. Chr. (Grandet)
- Art
- Dynastie
Zwei datierte Regierungen
Grandet datiert Sethnacht auf 1198–1195 und Ramses III. auf 1195–1164 v. Chr. Die folgenden Ramessiden — Ramses IV. bis VIII. — behandelt er zwar, aber ohne absolute Jahreszahlen; dieser Eintrag reicht deshalb nur so weit, wie die Datierung trägt.
Sethnacht setzte sich in einem Machtkampf zwischen zwei Linien durch, die alle von Merenptah abstammten. Bemerkenswert ist, wie er regierte: Er ließ seinen Sohn, den späteren Ramses III., an seiner Statt handeln — in zivilen wie militärischen Angelegenheiten — und beließ die Inhaber der großen Verwaltungsämter im Amt.
Um 1200: die Wanderung
Um 1200 v. Chr. setzten sich Völker in Bewegung, deren Zug Grandet als groß und zerstörerisch beschreibt. Sie verfügten über Streitwagen und führten Karren mit Frauen, Kindern und ihrer gesamten Habe mit sich.
Das ist die Beobachtung, die zählt: Wer Wagen mit Familien und Hausrat mitführt, zieht nicht in eine Schlacht, sondern um. Die Abwehr dieser Wanderung ist das bestimmende Ereignis der Regierung Ramses' III.
Medinet Habu — ein Zitat in Stein
Ramses III. ließ seinen Totentempel in Medinet Habu errichten und formte ihn absichtlich nach dem Vorbild des Ramesseums, des Tempels Ramses' II. Zwei befestigte konzentrische Mauern umschlossen die Anlage; sie nahmen dabei eine Prozessionskapelle der 18. Dynastie in sich auf.
Im Jahr 30 feierte der König sein Sedfest.
Das Ende: eine Verschwörung im Palast
Die Regierung endet mit einem Umsturzversuch aus dem eigenen Haus: Statt des rechtmäßigen Erben, des späteren Ramses IV., sollte ein anderer Sohn auf den Thron.
Die Akten dieses Verfahrens sind erhalten — die Papyri Rollin und Lee gehören dazu. Über deren Sammlungsweg lässt sich der Astartepapyrus nach Theben eingrenzen; dort steht mehr dazu.