Objekt · Literarischer Papyrusmittelmäßig belegt
Astartepapyrus
Der einzige bekannte Textzeuge einer Erzählung vom Kampf der ägyptischen Götter gegen das Meer — und Astarte ist darin nicht einmal die Hauptfigur.
- Gattung
- Literarischer Papyrus
- Zeitraum
- Neues Reich, 19. Dynastie
- Material
- Papyrus
- Fundort
- unbekannt; vermutlich Theben
- Aufbewahrung
- Pierpont Morgan Library, New York (Amherst IX) und Bibliothèque nationale, Paris (BN 202), Inv. Amherst IX + BN 202
- Im Werkregister
- Astartepapyrus
Der Name führt in die Irre
Der Papyrus Amherst IX, geläufig „Astartepapyrus“, ist der einzige bekannte Textzeuge einer mythologischen Erzählung: Sie handelt vom Kampf, den die Götter Ägyptens gegen das Meer führten.
Astarte ist darin nur eine der Hauptfiguren, nicht die Hauptfigur. Der eingebürgerte Name bezeichnet also nicht den Gegenstand des Textes — wer ihn für einen Astarte-Text hält, sucht darin das Falsche.
Dass sich das Thema überhaupt bestimmen ließ, ist eine Leistung an einem fast zerstörten Stück: Gardiner erkannte es 1932, nachdem H. Ibscher den unteren Teil der ersten und zweiten Seite wieder zusammengesetzt hatte.
Zwei Nummern, ein Papyrus
Der Text steckt in zwei Beständen, die getrennt katalogisiert wurden: Amherst IX und BN 202 in Paris. Erst deren Anschluss aneinander ergibt den zusammenhängenden Anfang.
Woher er kommt, weiß man nicht — aber man kann eingrenzen
Die Herkunft galt als unbekannt. Newberry vermerkte 1899 bei der Veröffentlichung der Sammlung Amherst nur, der Papyrus Nr. IX sei ohne Provenienz; sicher ist allein, dass er vor 1871 gekauft wurde, dem Jahr seiner ersten Veröffentlichung durch Birch.
Der Sammlungsweg erlaubt trotzdem einen Schluss. Über die Papyri Rollin 1888 und Lee — beide gehören zum Aktenbestand der Haremsverschwörung gegen Ramses III. und kamen um 1868 mit der Sammlung Lee an Lord Amherst — führt die Spur nach Theben. Das ist keine Fundortangabe, aber deutlich mehr als „unbekannt“.