Zeit · Epochegut belegt
Pyramidenzeitalter (Huni bis Radjedef)
Hundert Jahre, in denen Ägypten die größten Pyramiden seiner Geschichte baut — und deren absolute Datierung um fast neunzig Jahre schwankt.
- Zeitraum
- frühe bis mittlere 4. Dynastie, ca. 2600–2500 v. Chr. (Bussmann)
- Art
- Epoche
Hundert Jahre, vier Bauplätze
Bussmann setzt die frühe bis mittlere 4. Dynastie auf ca. 2600–2500 v. Chr. und nennt sie einen Höhepunkt der Monumentalität.
Innerhalb von hundert Jahren errichteten Snofru, Cheops und Radjedef Pyramiden in nie dagewesenem Maßstab — an vier Orten: Maidum, Dahschur, Gise und Abu Rawasch. Der Bau verschlang gewaltige Mittel und setzt eine neue Qualität großmaßstäblicher Organisation voraus.
Radjedef band seine Pyramide und den Sphinx in die Infrastruktur ein, die Cheops geschaffen hatte.
Zwei Chronologien, siebenundachtzig Jahre auseinander
Dieser Artikel benennt den Datierungsstreit ausdrücklich, und das ist selten genug, um es hervorzuheben. Für die Regierungen von Huni bis Radjedef stehen zwei Ansätze nebeneinander:
| Chronologie | Zeitraum | Vertreten von |
|---|---|---|
| hoch | 2637–2558 v. Chr. | Shaw 2000 |
| niedrig | ca. 2550–2475 v. Chr. | Hornung u. a. 2006 |
Die Radiokarbondaten stimmen besser mit der hohen Chronologie überein. Damit steht in diesem Wiki eine dritte Datierungslage neben denen bei der Amarnazeit und beim Alten Reich — und zum ersten Mal mit einer Angabe, welche der beiden die naturwissenschaftlichen Daten stützen.
Was der Befund verzerrt
Bussmann nennt eine methodische Schwierigkeit, die über die Chronologie hinausgeht: Das Material ist ungleich verteilt. Königliche Zeugnisse liegen in Menge vor, andere weit weniger — und deshalb ist das Verhältnis von Zentrum und Peripherie eine der Schlüsselfragen der Forschung zur 4. Dynastie.
Wer die Pyramidenzeit vom Zentrum her beschreibt, beschreibt das, was erhalten ist, nicht notwendig das, was war.