Zeit · Epochemittelmäßig belegt
Spätes 4. Jahrtausend v. Chr.
Die Zeit vor dem Staat — und ein Beispiel dafür, dass schon die Länge einer Epoche strittig sein kann.
- Zeitraum
- Naqada IIIa–b, ca. 3200–3050 v. Chr. (Campagno)
- Art
- Epoche
Naqada IIIa–b
Campagno nennt für Naqada IIIa–b allgemein anerkannte ungefähre Daten zwischen 3200 und 3050 v. Chr. — gestützt auf Bard, Midant-Reynes und Wilkinson.
Das Wort „ungefähr" steht dort nicht aus Höflichkeit. Die Autoren sind sich uneins, wann der Abschnitt endet: Die Angaben reichen von 3060 bis 3150 v. Chr. Das ist keine Rundungsdifferenz, sondern ein Unterschied von neunzig Jahren — und er bedeutet erhebliche Uneinigkeit über die Gesamtdauer des Abschnitts.
Wer hier mit Jahreszahlen rechnet, rechnet mit einer Bandbreite, nicht mit einem Datum. Dieser Eintrag führt deshalb 3200–3050 als eine gebräuchliche Setzung, nicht als die Datierung.
Warum die Epoche für dieses Wiki zählt
In diesen Jahrhunderten entsteht, was später ägyptische Religion heißt: die ersten Götterstandarten, die Bildsprache der Zeremonialpaletten, die frühesten Hieroglyphen. Die Narmerpalette gehört an das Ende dieser Entwicklung — mit der Einschränkung, die dort steht: Ihr Fundort in Hierakonpolis ist weder Herstellungs- noch Verwendungsort.
Auch die Buto-Maadi-Kultur des Deltas fällt in diesen Zeitraum; ihre spätere Aufnahme in die Naqada-Kultur gehört zu den Vorgängen, aus denen der ägyptische Staat hervorgeht.