Zeit · Epochemittelmäßig belegt
Spätes Mittleres Reich
Etwa fünfzig Könige in gut anderthalb Jahrhunderten — und trotzdem kein Zusammenbruch.
- Zeitraum
- Ende der 12. und die 13. Dynastie, 1822–1656 v. Chr. (Grajetzki)
- Art
- Epoche
Das Ende der 12. Dynastie
Die beiden letzten Herrscher der 12. Dynastie sind Amenemhet IV. (1822–1812 v. Chr.) und die regierende Königin Neferusobek (1812–1809).
Ihre Regierungsdauer ist ungewöhnlich genau überliefert: Der Turiner Königspapyrus gibt für Neferusobek drei Jahre, zehn Monate und 24 Tage an. Wo sonst „ca." steht, steht hier eine Tagesangabe — das verdankt sich einer erhaltenen Zeile in einer Königsliste, nicht besserer Kenntnis der Epoche.
Fünfzig Könige, keine Katastrophe
Die 13. Dynastie (1809–1656 v. Chr.) bestand aus einer Reihe von etwa fünfzig Königen. Die Namen der ersten 31 sind im Turiner Königspapyrus erhalten.
Diese Zahl lädt zu einem Fehlschluss ein. Fünfzig Könige in gut anderthalb Jahrhunderten bedeuten kurze Regierungen — aber der Königssitz blieb, und die Kunstproduktion lief weiter: Ein Teil der Privatplastik, die als „mittleres Reich" gilt, ist erst in der 13. Dynastie entstanden.
Wer die Dynastie als Verfallszeit liest, verwechselt Herrscherwechsel mit Staatszerfall. Der eigentliche Bruch kommt erst danach, mit der Zweiten Zwischenzeit.